Ludendorff-Gedenkstätte e.V.

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Der Ludendorff Gedenkstätte e.V. ist eine philosophische Gesellschaft mit Sitz in Tutzing. Er dient der Erforschung und Darstellung des Lebens, des Werkes und der Wirkung der deutschen Philosophin Mathilde Ludendorff (1877–1966), sowie ihres Ehemannes, des deutschen Generals und Hintergrundpolitikkritikers Erich Ludendorff (1864-1937).

Vorgeschichte

Nach dem Testament von Mathilde Ludendorff aus dem Jahr 1957 sind das "Grundstück in Tutzing Hauptstraße 74", die "Berghütte in Klais mit Grundstück", sowie "unsere gemeinsamen Grabstätte auf dem Friedhof in Tutzing" "nach meines Mannes Wunsch und auch nach meinem eigenen Wunsch Gedenkstätten und bleiben als solche erhalten". Hierzu sollten die Erben die Grundstücke an den "Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff)" verkaufen. Das Testament bestimmte: "Bilder, Büsten, überhaupt alle Einrichtungen (...) zu der Gedächtnisstätte, als Ludendorff Archiv die im Tutzinger und Klaiser Heim befindlichen Akten, Werkmanuskripte, wissenschaftlichen Unterlagen unseres Aufklärungskampfes, Bibliotheken, besondere Erinnerungsstücke an die Feldherrntätigkeit meines lieben Mannes, und an den gemeinsamen Aufklärungskampf usw. Alle diese Gegenstände dürfen ebenfalls nur an den Bund für Gotterkenntnis (L) veräußert werden. Spätestens hat dies beim Tode des zuletzt gestorbenen Erbens zu geschehen."

Nachdem der "Bund für Gotterkenntnis (L)" 1961 verboten wurde, verfasste sie im Januar 1962 noch einen Nachtrag zu diesem Testament: "Für den Fall, daß das am 25. Mai 1961 ausgesprochene Verbot des Bundes für Gotterkenntnis (L) e.V. rechtskräftig und endgültig wird, bestimme ich folgendes: Ich beauftrage die Testamentsvollstrecker, die Gründung eines Vereins zur Pflege und Erhaltung meiner Grundstücke als Gedächtnisstätten herbeizuführen. Er soll die Rechte und Pflichten übernehmen, die ich in meinem Testament dem Bund für Gotterkenntnis (L) e.V. übertragen habe. Es ist mein Wunsch, daß dieser Verein sich auch die Pflege und Verbreitung der Erkenntnisse meiner philosophischen Werke zur Aufgabe macht."

Als Testamentsvollstrecker setzte sie ihren Schwiegersohn Franz von Bebenburg und den ersten Vorsitzenden des Bundes für Gotterkenntnis (L) Edmund Reinhard ein.

Gründung

Mathilde Ludendorff starb 1966. Der Wortlaut ihres Testaments scheint bis Ende des 20. Jahrhunderts nur den Testamentsvollstreckern selbst bekannt gewesen zu sein. Dies gilt auch von der Tatsache, dass darin wörtlich von einem "Ludendorff-Archiv" die Rede ist. Entgegen des Wortlauts des Testamentes wurde der "Ludendorff-Gedenkstätte e.V." im Jahr 1967 gegründet. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Verbot des "Bundes für Gotterkenntnis (L)" angefochten, war also nicht rechtskräftig. Dieser Verein sammelte - insbesondere unter zahlreichen "fördernden Mitgliedern" - Geld, um das Haus Ludendorff von den Erben zu kaufen. Dies konnte bis zum Jahr 1970 geschehen. Als das Verbot 1976 schließlich aufgehoben wurde, wurden die bis dahin entstandenen Besitzverhältnisse nicht an den Wortlaut des Testamentes angepasst. Dies ist auch in den folgenden Jahrzehnten bis heute nicht geschehen.

In einem Faltblatt des Vereins etwa aus dem Jahr 1972 werden als Vereinsaufgaben genannt - neben der baulichen Erhaltung des Hauses und der Grabstätte (genannt in Punkt 1 und 2): "3. Eine weitere wichtige Arbeit des Vereins ist die Ordnung der Bücherei sowie die Aufstellung eines Verzeichnisses über den Bestand, der eine große Zahl bedeutender Werke aufweist. Die meisten davon sind heute anderswo kaum mehr zugänglich. 4. Das umfangreiche Archiv mit seinen Schätzen an geschichtlichen Quellen und Dokumenten wird von zwei Mitgliedern geordnet und derart aufgebaut, daß Übersicht und müheloses Auffinden gewährleistet sind. 5. Ein Leseraum soll geschaffen werden, in welchem die Bestände von Bibliothek und Archiv nach Abschluß der unter 3 und 4 erwähnten Arbeiten zu geschichtlichen Studien und Forschungen eingesehen und benutzt werden können."

Denkmalschutz

Historiker und Biographen haben trotz solcher Absichtserklärungen bis heute keinen Zugang zu dem Nachlaß Erich und Mathilde Ludendorffs und dem Ludendorff-Archiv in Tutzing erhalten. Es steht auch bis heute der Forschung kein Findbuch zur Verfügung.

Im Jahr 2010 wurde das Haus Ludendorff unter Denkmalschutz gestellt[1].

Zugänglichkeit

Im April 2015 berichtete das Bayerische Fernsehn über einen "Tag der Offenen Tür" des "Ludendorff-Gedenkstätte e.V." und stellte die Frage, warum er auch aus diesem Anlaß keine Fernsehaufnahmen innerhalb dieses unter staatlichem Denkmalschutz stehenden Hauses machten durfte und warum der Vereinsvorsitzende zu keinem Interview zu der Tätigkeit des Vereins bereit war[2].

Mathilde Ludendorff hatte schon im Dezember 1938 in einer Mitteilung über den persönlichen Nachlaß ihres Mannes und ihrer selbst geschrieben, es sollten dieselben "dem Volk erhalten bleiben" und es ginge "nichts von diesen Erinnerungen in Privatbesitz, sondern es wird in unserem Tutzinger Heime verbleiben und nach meinem Tode allen zugänglich aufbewahrt"[3].

Bisherige Vorsitzende des Ludendorff-Gedenkstätte e.V.:

Literatur

  • Ludendorff, Mathilde: An unsere Leser! In: Am Heiligen Quell Deutscher Kraft, 20. Dezember 1938
  • von Bebenburg, Franz; Reinhard, Edmund: Das Haus Ludendorff in Tutzing. Erfüllung des letzten Willens Frau Dr. Mathilde Ludendorffs. Faltblatt, 5 Seiten DinA5, o.D. [Februar 1967]
  • Ludendorff-Gedenkstätte e.V.: Faltblatt, o.D. [etwa 1972]
  • Ludendorff-Gedenkstätte e.V.: Spendenaufruf. In: Mensch & Maß, Folge 20, 23.10.1982, dritte Umschlagseite
  • Ludendorff-Gedenkstätte e.V.: Haus Ludendorff Tutzing. 4-seitiges Din-A-5-Faltblatt zum 25-jährigen Bestehen des Vereins. 1992
  • Kopp, Hans: „Privatbriefe guter Freimaurer“. In: Mensch und Maß, Folge 9, 9.5.1993, S. 308-394 [über einen Schnellhefter im Ludendorff-Archiv in Tutzing benannt "Privat-Briefe und gute Freimaurer" aus dem Jahr 1927 mit rund 150 Briefen an Ludendorff nach dem Erscheinen von dessen Freimaurer-Buch 1927]
  • Binder, Hans: Ein historischer Gang zu den Stätten der Erinnerung an Mathilde und Erich Ludendorff. In: Mensch & Maß, Folge 17, 9.9.2009, S. 769ff (mit Spendenaufruf)

Weblinks

  • Summer, Gerhard: Ludendorff-Villa in Tutzing. Der Schrein des völkischen Generals. In: Süddeutsche Zeitung, 14. März 2011
  • Ludendorff-Bewegung - Staatliche Förderung für Rechtsextreme? In: Bayrisches Fernsehen, 29.4.2015
  • Ludendorff, Mathilde: An unsere Leser! In: Am Heiligen Quell Deutscher Kraft, 20. Dezember 1938